Kreuzbergschule macht Sport im Rollstuhl

Das Projekt "Handicap macht Schule" wurde an der Kreuzbergschule Merzig durchgeführt.

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Für die Viertklässler der Kreuzbergschule ist es ein Rätsel, wie das funktionieren soll. Mit der einen Hand den Ball dribbeln und mit der anderen dem Rollstuhl den entsprechenden Schwung geben. Wer sich den Ball auf den Schoß legt, darf seinen Rollstuhl nur zweimal anschubsen. Schließlich sind beim „Fußgänger-Basketball“, wie es die Rollifahrer nennen, auch nur zwei Schritte mit dem Ball in der Hand erlaubt. „Und so soll ich den Ball übers ganze Feld spielen?“, fragt einer der Viertklässler ungläubig. „Das geht“, antwortet Werner Rieger. Er ist Trainer und führt das Projekt "Handicap macht Schule" an mehreren saarländischen Schulen druch.

Jahrelang spielte er Rollstuhlbasketball in der zweiten Bundesliga. Seit seinem 19. Lebensjahr sitzt er aufgrund eines Motrorradunfalls im Rollstuhl.

Dann dürfen die Schüler der Kreuzbergschule es versuchen: Keiner kann es auf Anhieb. Für die meisten ist es schwierig genug, den Ball im Rollstuhl sitzend zu prellen, während ein anderes Kind schiebt.

Grund für den Besuch von Werner Rieger ist die Veranstaltung von „Handicap macht Schule“. Die Kreuzbergschule ist heute Gastgeber.

Das gemeinsame Projekt des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbands, der SR-Herzenssache und der Sportregion Stuttgart gibt es seit 2013. In diesem Schuljahr wird das Projekt auch an 10 saarländischen Schulen durchgeführt.

Der Projektleiter Werner Rieger nennt die Ziele: Es gehe darum, die Aufmerksamkeit für den Behindertensport in den Medien zu erhöhen, die Schulen kennenzulernen, Nachwuchs zu akquirieren, Sponsoren zu finden und Folgeprojekte zu generieren. Denn nur so können flächendeckend Angebote für Menschen mit Behinderung geschaffen und die Inklusion im Sport weiter vorangetrieben werden. So schreibt es Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention vor.

In den nächsten Wochen ist das Team von „Handicap macht Schule“ noch an mehreren Schulen im Saarland unterwegs.

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 Die Trainer präsentieren vor allem Rollstuhlbasketball und Blindenfußball. „Weil es Teamsportarten sind und weil die Behinderung mit Hilfe von Brille beziehungsweise Rollstuhl leicht zu imitieren ist“, sagt Rieger. Die Schüler bekommen die Möglichkeit, sich in die Situation eines behinderten Menschen hineinzuversetzen.

Frank Wagner findet das wichtig: „Unsere Schüler finden so einen Zugang zum Behindertensport und können Empathie für Menschen mit Handicap entwickeln.“, sagt der Rektor der Kreuzbergschule.

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